19. November 2009

Projektbeginn

Erst jetzt beginnt mein neuestes Projekt. Die ersten Arbeiten hierzu sind noch weit von dem entfernt, was ich mir vorstelle und wohin es gehen soll. In südlicheren Gefilden ist Licht weniger ein Problem; ganz anders aber in unseren Breiten. Wenn Bilder so entstehen sollen wie ich sie entstehen lassen will, nämlich nur mit dem verfügbaren Licht, ohne zusätzliche Lichtquellen, ohne Aufheller, ohne Blitz, in Räumen, die zuweilen nur spärlich beleuchtet sind, dann stößt man schnell an Grenzen des Machbaren. Neue Techniken und Sensoren versprechen hier viel. Mich interessiert aber die Anmutung dessen, was ich dann wirklich auf Papier sehe. Und mich interessiert, ob es gelingt, dass das, was ich wirklich vorfinde und sehe, auch späterhin auf Papier zu sehen ist. Ohne Tricks, ohne doppelten Boden - und möglichst mit natürlichen Farben. Werde hierzu in Kürze mehr sagen oder schreiben können, aber ich bin schon sehr gespannt. Heute war ich bei LEICA in Solms. Derzeit hängen zwei Arbeiten aus meinem Zyklus »Instant Venues« von mir im Eingangsbereich nahe der LEICA-Galerie.

8. November 2009

Neue Wege

© jörg kassühlke Meine neuen Projekte setzen mich wieder frei. Neue Eindrücke, neue Gedanken, neue Begegnugen. Und auch endlich wieder etwas mehr unterwegs, raus, weniger Bildschirmarbeit. Und auch wenn es seltsam klingen mag: mit der Kamera in der Hand auf Straßen unterwegs zu sein ist noch immer etwas, das mich entspannt. Dass mich sekündlich im Kopf frei macht. Wie kommt es nur, dass dies anders ist, wenn zwischen mir »und der Welt« dieses schwarze Gehäuse und das Glas davor ist. Warum es etwas »mit mir macht«, mich dem, was mir begegnet, eine andere Sicht gibt. Nun renne ich ja nicht ständig mit dem Sucher am Auge durchs Leben, sondern sehe zunächst mit meinen Augen, was sich vor mir ausbreitet. Und dennoch ist es oft so, als wäre da immer dieser Sucher vor meinem Auge. Und noch immer sind es auch Bilder, die da in mir auftauchen, die ich vor Jahren sah, zuweilen sogar vor Jahrzehnten, die mich prägten. Niemand hat mich da wohl mehr geprägt als Richard Estes.

27. Oktober 2009

Neues

© jörg kassühlke Gerade das eine Projekt abgeschlossen, die Vernissage hinter mir, beginnt ein neuer Abschnitt. Die Vorbereitungen und auch schon Arbeiten zu zwei neuen Projekten. Und auch wenn das alte Projekt abgeschlossen, die Bilder an der Wand hängen, Artikel in der Zeitung erscheinen - so ist es dennoch nicht gänzlich abgeschlossen. Es werden noch Bilder entstehen, auch zum Thema »Altersbilder«. Niemals zuvor in meiner Zeit als Bilderschaffender stellte sich eine solche Dankbarkeit ein wie gerade jetzt in diesen Tagen.

16. Oktober 2009

»Das Alter in eindringlichen Portraitfotos«

Das Alter in eindringlichen Potraitfotos (Gelnhäuser Tageblatt, 14.10.2009)

10. Oktober 2009

Vernissage »Altersbilder« Bad Orb

Gestern nun die Eröffnung am Abend. Hier ein Ausschnitt aus der Rede der Leiterin des Evangelischen Bildungszentrums für die zweite Lebenshälfte (ebz), Bad Orb:

» Ich stelle im Nachhinein fest, dass wir, ohne es zu planen, Menschen gefunden haben, die ihr Leben auch kurz vor dem Lebensende mit hoher Intensität leben. Sie müssen mit Begrenzungen gesundheitlicher und anderer Art leben und bleiben sich dabei dennoch treu. Sie fordern das Leben und auch Ihre Umwelt heraus, sie lassen nicht locker. Das beschäftigt und berührt mich. Wir haben versucht, ihre Biografien und unsere Begegnungen im Begleitheft greifbar zu machen. Dabei haben die Beteiligten sich selbst riskiert und so manches Tabu gebrochen. Dafür danke ich allen Beteiligten. Ich hoffe, dass diese Veröffentlichung des gemeinhin Privaten, Sie, liebe Gäste, und viele andere dazu anregt den Biografien alter Menschen und Ihrem eigenen Weg auf den Grund zu gehen. Und dabei Ihr Bild vom Alter zu erweitern. Jörg Kassühlke ist es gelungen, diese Intensität einzufangen oder vielleicht eher: sie sichtbar zu machen. In seinen Portraits findet eine Verdichtung statt, die die Lebensintensität der Einzelnen aufgreift, hier eine störrische Melancholie, dort eine ätherische Entschlossenheit, hier eine wache Gelassenheit, dort eine Innigkeit, die keine Krankheit zerstören kann. Er kommt sehr nahe heran – stellt die Portraitierten dennoch unter einen Schutz. Jörg Kassühlke nähert sich den Menschen mit Respekt und Vorsicht, begegnet ihnen mit großem menschlichem Interesse, nur mit seiner Leica. Es gibt kein künstliches Licht (was oft eine große Herausforderung war), es wird nichts inszeniert. Da ist nur die Begegnung mit dem, was er vorfindet. Das ist hohe Kunst. Er nimmt Unschärfen in Kauf und weigert sich, die Bilder nachträglich zu bearbeiten. Damit fängt er mal die Dynamik, mal die Zerbrechlichkeit des Augenblicks ein. Jörg Kassühlke und mich verbindet das selbe Menschenbild. Die Würde des Menschen ist unantastbar – und jeder Mensch, ganz gleich wie alt, ist ein Wunder, ein Geschöpf Gottes, einzigartig, besonders. Das strahlt aus seinen Portraits, deswegen habe ich ihn überhaupt angesprochen. «

7. Oktober 2009

Ausstellungseröffnung »Altersbilder« in Bad Orb

Am Freitag ist es nun endgültig soweit... Osthessen-News Evangelisches Bildungszentrum Bad Orb, Würzburger Str. 13, 63619 Bad Orb um 19:00 Uhr

30. September 2009

Noch zehn Tage,

...dann ist es soweit: Ausstellungseröffnung im Evangelischen Bildungszentrum Bad Orb am 9. Oktober 2009 um 19:00 Uhr

27. September 2009

Wünsche

Vielen Dank für alle guten Wünsche in diesen Tagen, nicht nur zur Ausstellungseröffnung am 9. Oktober. Niemals zuvor in meinem Leben habe ich mich so getragen gefühlt. Gestern ging mir eine Melodie nicht aus dem Sinn. Den Text dazu fand ich später im Liederbuch: »Du, Herr, heißt uns hoffen und gelassen vorwärts schaun, deine Zukunft steht uns offen, wenn wir dir fest vertrauen.« (Text und Melodie: Ottmar Schulz, 1967)

26. September 2009

Blogwerbung

http://petraschuseil.wordpress.com/2009/09/26/fotoausstellung-altersbilder-in-bad-orb-am-9-oktober/

22. September 2009

THE SONIC BLOG und BerlinPhotoworkshops

Erneut weist THE SONIC BLOG auf Neue Seminare @ BerlinPhotoworkshops hin. Alle weiteren Infos hierzu bei Klick auf den folgenden Link: http://blog.sonicsites.de/2009/09/21/neue-seminare-berlinphotoworkshops/

21. September 2009

Vernissage »Altersbilder«

Ankündigung in »meinJournal« 9. Oktober 2009, 19:00 Uhr. ------------------------- Im Menüpunkt »Altersbilder« meiner Internetpräsenz sind nun die 20 Exponate der Ausstellung zu sehen: http://www.joergkassuehlke.com/altersbilder.htm

20. September 2009

Glück

»Ist es denn ein Unglück, in eine stürmische, brausende Zeit hineingeboren zu sein? Ist es nicht vielmehr ein Glück?« - Hermann Hesse

3. September 2009

Vernissage

Ausstellungseröffnung am 9. Oktober um 19:00 Uhr, Evangelisches Bildungszentrum Bad Orb

31. August 2009

Hände

Heute bin ich angesprochen worden, ob ich nicht einmal eine Ausstellung mit Bildern von Händen machen möchte. Warum? Es gibt sehr viele Bilder von Händen, die ich gemacht habe. Hände sind für mich oft mehr Ausdruck der Persönlichkeit eines Menschen als beispielsweise die Augen. Hände spiegeln oft das wieder, was das Leben und Umfeld eines Menschen ausmachen kann. Hände von alten Menschen finde ich oft anrührend. Sie haben zuweilen sogar - wie in einigen anderen Dingen auch - etwas von den Händen eines Neugeborenen. Es klingt vielleicht seltsam, aber ich bin oft von »Händen berührt«, jetzt einmal nicht im doppelten Sinne. Und es zeigt das, was mich in der Kunst, in der Musik, in der Photographie, in der Literatur am meisten interessiert: berührt zu werden und zu sein - und zu berühren.

24. August 2009

Sehnen

Ist der Spätsommer schon greifbar? Eine besondere Zeit für mich. Macht es etwas mit einem Menschen, wenn die Zeit anbricht, in der man zur Welt gekommen ist? Ist das ein seltsamer "Glaube"? Es ist mir egal. Für mich ist diese Zeit, in der sich alles darauf vorbereitet, dass der Spätsommer eingeläutet wird, man jeden Tag in vollen Zügen genießen mag, der noch nach Sommer schmeckt, eine schöne und gute Zeit. Er hat etwas von Halten-wollen, von Wehmut, von Ich-will-Dich-noch-haben. Ist das schlecht? Ist das Sehnsucht, wenn man etwas traurig über das ist, was schon hinter einem liegt? Wohl kaum, aber es ist Sehnsucht danach, noch einen Sommer erleben zu dürfen. Ihn wieder erleben zu dürfen. Und das ewige alte Spiel des Absterbens und der Auferstehung.
Es gibt Orte, an denen ich diese Momente besonders genieße. Und dazu muss ich keine tausende Kilometer fliegen oder fahren. Sie liegen oft gleich um "die Ecke". Und haben sogar meist etwas, das mir keine Ferne bieten kann.

17. August 2009

Bewegend

Bewegende Wochen und Tage, in denen sich manchmal alles nur noch zu drehen, oft vieles so unhaltbar scheint. Und mir wieder einer meiner liebsten Lyriker einfällt: »O taumelbunte Welt, Wie machst du satt, Wie machst Du satt und müd.« (H. Hesse)
Finanzkrise, Weltwirtschaftskrise, Ende der Rezession... Auf die Hitze des Tages folgt am Ende das Gewitter und die erhoffte Abkühlung. Was suche ich mehr? Die Hitze, das Gefecht, die Momente, in denen man mittendrin steckt und es ohne Ende zu fließen scheint oder den Augenblick des Abkühlens, wenn betrachtet werden kann, was da war. Vielleicht beides?
Mag sie sich drehen, die taumelbunte Welt. Mag ich mich auch drehen und manchmal nicht wissen wo ich stehe, wenn die Augen wieder geöffnet sind. Und mag die "Walze" auch weiterwalzen... »Wie sähe die Welt aus, hätte sich die nackte Walze einer Geschichte ohne Christus über sie hinweg geschoben.« (Heinrich Böll)

11. August 2009

Vor Zwölf

In diesen Tagen trifft man als Zurückgebliebener Vertraute, Freunde und Bekannte nur virtuell an. Allüberall bewegen sie sich auf Asphalt, Schienen oder Luftwegen. Und es ist schon eine gehörige Portion Fernweh in dem, was ich hier gerade selbstbemitleidend von mir gebe. Gleichsam ist der Hauptgrund (andere Gründe werden nicht preisgegeben) meines Hierbleibens ein so spannender, aufregender, dass ich's mir nicht verdrießen lassen will. Es ist glücklicherweise noch nicht fünf vor Zwölf, aber der Tag der Ausstellungseröffnung kommt näher. Es gibt viel zu tun und ich sitze, mit wenigen Unterbrechungen, viel an den vorletzten Arbeiten. Anstrengend schön.

Evang. Bildungszentrum - ebz: „Altersbilder“ - Fotografien von Jörg Kassühlke

4. August 2009

Verwandlungen

»Damit wir innerlich gesund bleiben, müssen wir uns ständig wandeln«, schreibt Anselm Grün. Vermutlich ist es etwas, das mir leicht fällt. Nicht die äußerliche Wandlung, sondern die innere. Es hat etwas mit der Vermeidung von »Stillstand« zu tun; wobei mir bei diesem Begriff sofort ein Lied meines Freundes Tobias einfällt: kass|ühlke Stillstand ist eine der wenigen Zustände, vor denen ich mich wirklich fürchte. Weil ich es selbst erlebt habe, dass Stillstand krank machen kann. Wandlung, auch Verwandlung, hat etwas mit Mut zu tun. Es ist eine Entscheidung. Und das ist etwas, das mir früher so gar nicht klar war: dass es eine Entscheidung ist. Und zuweilen sogar zwingend dazu führen muss, mich immer wieder zu entscheiden, täglich. In dieser Phase meines Lebens wird gerade alles verwandelt, wie mir scheinen will. Eine spannende, eine aufregende und schöne Zeit. Vielleicht die schönste Zeit meines Lebens. »Jedes Erleben verwandelt uns. Alles, was uns widerfährt, alles, was uns berührt und was wir berühren, bewirkt etwas in uns und ruft etwas in uns hervor. Die Freude, die wir spüren, wandelt uns.« (Quelle: Anselm Grün, Verwandlung, Eine vergessene Dimension geistlichen Lebens, Matthias-Gründewald-Verlag, Mainz)

27. Juli 2009

Stürmisch

Weiß ich den Weg auch nicht, du weiß ihn wohl; das macht die Seele still und friedevoll. Ist's doch umsonst, dass ich mich sorgend müh, dass ängstlich schlägt das Herz, sei's spät, sei's früh. Du weißt den Weg ja doch, Du weißt die Zeit, dein Plan ist fertig schon und liegt bereit. Ich preise Dich für Deiner Liebe Macht, ich rühm die Gnade, die mir Heil gebracht. Du weißt, woher der Wind so stürmisch weht, und Du gebietest ihm, kommst nie zu spät; drum wart ich still, Dein Wort ist ohne Trug, Du weißt den Weg für mich, - das ist genug Hedwig von Redern (1866 - 1935)

24. Juli 2009

Ausstellung Altersbilder

Und hier noch die offizielle Ankündigung:

22. Juli 2009

Verkniffen

Manchmal sieht man mit geschlossenen Augen besser? Sicher fällt den meisten hier der kleine Prinz ein. In diesen wundervollen Tagen begegnete mir dieser Gedanke neu. Nicht von mir kam er. Und ich könnte ihn so nicht wiedergeben; denn der Mensch, der ihn mir beschrieb, müsste es wieder tun und doch nicht. Wobei kein Wort es umschreiben kann, was ich fühlte, als ich ihn hörte. Klar und dicht. Überhaupt nicht verschwommen. Klarer als jedes Auge, jede Linse es sehen könnte. In einer Tiefe... mit geschlossenen Augen denke ich daran und sollte besser schweigen...
so blieb mir nur der Griff zur Kamera. Ohne echtes Ziel sah ich nach draußen. Nicht einmal das Fliegengitter konnte mich stören. Nur die Wolken waren es, mit denen ich gerne mitgezogen wäre, nur diesen einen Moment lang.

13. Juli 2009

Unwesentlich

In einem Interview - leider finde ich gerade das genaue Zitat nicht - sagte Paolo Roversi einmal, dass Schärfe unwesentlich sei. Das sehe ich, in den meisten Fällen zumindest, nicht anders. Es gibt ein wunderbares Buch mit einer Sammlung Porträts, die aus der Box von Cartier-Bresson stammen. Da ist beinahe keines der Bilder mit ausreichender Schärfe gesegnet; zumeist wegen mangelhafter Lichtverhältnisse. Aber dennoch sind - für mich - alle Porträts wesentlich, da das Wesen des Abgebildeten ganz offenbar zum Vorschein kommt. Also Schärfe ja, aber nicht »um jedem Preis.«

10. Juli 2009

Bin ich

»Immerfort empfange ich mich aus Deiner Hand. Das ist meine Wahrheit und meine Freude. Immerfort blickt Dein Auge mich an, und ich lebe aus Deinem Blick, Du mein Schöpfer und mein Heil. Lehre mich, in der Stille Deiner Gegenwart das Geheimnis zu verstehen, dass ich bin. Und dass ich bin durch Dich und vor Dir und für Dich.«
Romano Guardini

9. Juli 2009

Licht und Leere

© jörg kassühlke
Zur Zeit gibt es in der internationalen Fotokunst eine Bildersprache, die mich anzieht und auch zuweilen erschaudern lässt. Sie zieht mich oft an, weil sie sauber, klar und sonderbar aufgeräumt ist. Sie lässt mich erschaudern ob ihrer Gleichförmigkeit. Zu oft die selbe Anmutung, die selbe kühle Farbigkeit, zu auswechselbar oftmals das, was man zu sehen bekommt. Zu wenig eigene Handschriften, die mich neugierig machen, die mich entdecken lassen. Anders hingegen manchmal das, was junge Lichtbildner in flickr und Co. zeigen. Neue Perspektiven, experimentierfreudig, oft gar nicht klar und auch sehr oft überhaupt nicht konzeptionell. Erfrischend manchmal, wild, ungezähmt, eine freie Art des Sehens, die mir Spaß macht. Konzeptionell... ja. Aber manchmal will ich nicht konzeptionell...

2. Juli 2009

Zusammen

Das ist etwas, das mich schon während der Fertigstellung des Projekts »Altersbilder«, sehr beschäftigte: liebe-volle Beziehung. Ein Mann, der seine Frau schon seit vielen Jahren pflegt, und mir - als ich ihm und seiner Frau begegnen durfte - einen Kloß in den Hals schickte mit seiner Art, wie er mit seiner Liebe umging. Mehr dazu in meiner Wanderausstellung, die am 9. Oktober in Bad Orb beginnen wird. Aus dieser Begegnung ist ein weiteres Projekt entstanden, auf das ich mich mehr freue als ich mir selbst zugeben mag; denn man möchte es nicht zu oft benennen, damit es nicht unwirklich wird. Liebe-volle Beziehungen. Der Mann, dem ich aber hier mit seiner Liebe begegnen durfte, hat mich schon in seinem Umgang mit alten Menschen sehr beeindruckt. Lieber Herr Lange ... Sie haben mich wirklich sehr berührt mit ihrer Art, wie sie mit alten Menschen umgehen und sie motivieren, auch wenn ich noch viel zu wenig gesehen habe. Danke auch für Ihr Vertrauen, dass sie mir dieser Tage erneut entgegenbrachten; es war mir eine Ehre.

1. Juli 2009

Einfrieren

Es gibt Augenblicke, die ich gerne einfrieren möchte. Manchmal sind es sogar Minuten, zuweilen Stunden oder Tage. Wo ich förmlich die Zeit anhalten möchte. Darüber ist soviel gesagt oder geschrieben worden, und es hängt einem vielleicht sogar soweit aus den Ohren, dass man es abschneiden könnte. Aber dennoch gibt es dieses Phänomen, diese Wünsche, und in dieser Zeit, die ich gerade erleben darf, taucht es häufiger auf denn je. »Werd' ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, Dann will ich gern zugrunde gehn!«, (Goethe, Faust I). Erstaunliches aus der Tastatur eines Mannes, der vor kaum einem halben Jahr sein Atelier schließen musste und dessen Lebenssituation - sagen wir 'mal - nicht gerade einfacher geworden ist? Trösten die Augenblicke? Tröstet mich das Wort eines großen Dichters? Sicher haben mich Worte eines Dichters schon trösten können, wenn auch nicht aus der Feder des Mannes, den ich oben zitierte; dann schon eher dieses Mannes: »In einer großen Liebe verliert man sich nicht, man findet sich.« Hermann Hesse

18. Juni 2009

Freunde

Seit wenigen Tagen ist ein Podcast zu abonnieren, in dem ich mit zwei Freunden an einem Tisch sitze und über Gott und die Welt spreche. Nun habe ich mich in diesem Blog schon des öfteren auch über Gott geäußert. Hier mache ich dies mit zwei Freunden in Gesprächen, die nicht geplant sind, sondern entstehen. Wir unterhalten uns frei, ohne Konzept, ohne echtes Ziel, außer vielleicht, dass wir so ehrlich und authentisch wie möglich über die Dinge sprechen möchten. Die erste Folge ist nun auch bei iTunes zu bekommen und man/frau findet sie unter: http://www.first-supper.de/podcast.htm

10. Juni 2009

Spannend

Habe drei außerordentlich spannende Tage in Rostock erlebt. Drei Tage voll mit herzlichen Begegnungen, mit sehr viel Gespräch, mit Betrachten. Betrachten dessen was war. In den vergangenen Monaten und auch Jahren. Und auch einen vorsichtigen Ausblick wagend. Und wenn man dies nicht ganz allein, sondern mit Freunden und im Gebet tun darf ist es nur wunderbar. Es müssen Dinge, auch Beziehungen zu Menschen losgelassen werden. Distanz und Abstand ist nicht immer schlecht, sondern oft notwendig und gut. Auch wenn es zuweilen schwer fällt. Will und werde Bereiche meines bisherigen Lebens abschließen, abschließen müssen, damit etwas Neues entstehen kann. Dies hat mir der geographische Abstand dieser Tage gezeigt. Und es stellt sich Dankbarkeit ein.

27. Mai 2009

Cityscapes

Gibt es eigentlich, wenn es »landscapes« gibt, auch »cityscapes«? Sofort werden vermutlich die meisten - wie ich auch - denken: es gibt alles. Ehrlich gesagt ist es mir auch egal. Zumindest erinnern mich manchmal Aufnahmen, die ich im Vorbeihuschen zum Beispiel wie hier in Frankfurt mache, an die Arbeiten von Richard Estes, die damals wohl wesentlich den Amerikanischen Fotorealismus mitgeprägt haben. Estes machte seine Aufnahmen, die er dann meist als Vorlage für seine Werke nahm, wohl durchweg mit dem Stativ. Und ich mag meine Aufnahmen, die ich hier zeige, überhaupt nicht wirklich mit den Arbeiten von Estes vergleichen wollen. Und dennoch erinnern sie mich an sie. Und daran, dass sie mich damals aufhorchen ließen. Dass sie mich beeindruckt und wohl auch beinflusst haben.

19. Mai 2009

Ehre

Habe an dieser Stelle schon einmal über »Begegnungen« geschrieben. Und es fällt mir nicht schwer, erneut darüber zu schreiben; denn für mich sind meine Projekte und meine Arbeit vornehmlich Begegnungen. So verstehe ich es. Und oft sind es Begegnungen, die mich berühren, zuweilen tief berühren. Auch darüber schrieb ich hier schon einmal. Aber wenn man einen Kunden wieder sieht und sich wie ein Kind darauf freut, dann ist das schon etwas ganz ungewöhnliches. So geschehen am vergangenen Wochenende. Ein besonderer Augenblick, der mir die Gänsehaut über die Arme schickte. Was ist der Grund dafür? Was hat dazu geführt, dass man hier ganz anders und tiefer empfindet als sonst? Um ehrlich zu sein: ich weiß es nicht wirklich. Das spielt auch keine Rolle. Es ist wie: warum habe ich ein Kind, das ich besonders liebe? Auch Jesus hatte einen Lieblingsjünger. Und warum mag ich den einen Senf lieber als den anderen? Ich mag ihn eben lieber. Nun möchte ich einen Kunden von mir ungern mit Senf vergleichen. Und schon gar nicht diesen. Dachte ich eigentlich, dass ich ihn nie wiedersehen würde, so war die Freude um so größer. Für mich eine Ehre, bei dieser Veranstaltung dabei gewesen zu sein. Und dann die gleichen Worte aus seinem Munde: eine Ehre. Und wieder bin ich berührt.

5. Mai 2009

Zwischen den Stühlen

Sicher kennt jeder dieses Gefühl. Und es muss nicht immer unangenehm sein. Gerade sitze ich zwischen zwei Projekten. Das eine noch nicht ganz abgeschlossen, das andere noch nicht begonnen, aber schon in der inneren Planung. Darüber hinaus werde ich ein neues Projekt beginnen, das mit Photographie nichts zu tun hat, aber nicht minder spannend ist. Schon einmal habe ich einen längeren Text verfasst, um dessen Veröffentlichung ich mich bis jetzt gedrückt habe. Zu sehr war dieser Text eine persönliche Verarbeitung, zu sehr war er einfach für mich wichtig, um etwas zu verarbeiten, das inzwischen auch schon weit zurück liegt. Und auch wenn die wenigen, die den Text lasen, mich dazu drängten und noch immer drängen, ihn zu veröffentlichen - beginne ich einen neuen Text. Die Vorbereitungen hierzu sind fast abgeschlossen. Nein, keine Recherchen, noch nicht. Mein schöner kleiner alter Schreibtisch (von 1936) ist endlich aufgestellt, das Schubfach mit Füller, Kugelschreiber und Papier gefüllt. Der Rechner und der Monitor sind plaziert und seit sehr langer Zeit nicht nur für Bildbearbeitung. Ich rechne damit, dass mich diese Arbeit erfassen wird. Rechne damit, dass ich kaum noch ruhige Minuten haben werde. Neben den zwei photographischen Projekten, Ausstellungen, Fotojobs, einem Bildband, der in der Planung ist und worüber ich mich sehr freue, werde ich nun auch wieder ein literarisches Projekt haben. Es steigt da eine Vorfreude in mir auf, die ich nicht beschreiben kann. Es sind also nicht nur zwei Stühle, »zwischen denen ich zur Zeit sitzen darf«. Das Foto ist entstanden in der Konstantinbasilika in Trier, in der ich am vergangenen Wochenende war. Sie ist wunderschön und unbedingt sehenswert.

21. April 2009

Abschluss

© jörg kassühlke
Ein spannender Abend. Ein Projekt steht vor dem Abschluss. Und ich kann es noch nicht ganz fassen. Alles scheint »im Kasten«. Es geht nun darum, Abstand zu gewinnen, um eine Auswahl, die Auswahl zu treffen für die Ausstellung. Da braucht es dringend Abstand.
Früher - vielleicht kennen das die Kollegen noch - hatte man die Bilder im Kasten, einen Haufen Filme lagen auf dem Bett im Hotelzimmer oder daheim. Und wenn der Auftraggeber keinen Druck machte oder wenn es bei einer freien Arbeit gar keinen Auftraggeber gab, dann ließ man zunächst die vollen Patronen liegen.
Heute ist das etwas anders. Und dennoch halte ich es oft so, dass ich alles sickern lassen. Abstand ist nicht nur hier gut. Abstand gewinnen ist in vielen anderen Bereichen eine gute Therapie.
Es wird nun wirklich spannend. Und ich freue mich. Auf den nötigen Abstand. Auf die schwierige Arbeit des Auswählens. Auf das, was übrig bleiben wird.

16. April 2009

Berührungen

Berührt sein. Zur Zeit bin ich bei den Arbeiten zu meinem Projekt sehr oft berührt. Obschon andere das, was ich da erleben darf, gar nicht als Berührungen bezeichnen würden.
Da ist ein alter Mann, der seit vielen vielen Jahren seine kranke Frau pflegt. Und dies mit einer Würde, mit einer Liebe, mit einer Selbstverständlichkeit, die mich zutiefst gerührt hat. Da sind Menschen, die in ihrer zweiten Lebenshälfte oder am Ende ihres Lebens erfüllt sind. Mit Bildern, mit Begegnungen ihres Lebens, mit dem, was sie hinter sich zu haben scheinen.
Und oft frage ich mich, womit ich es verdient habe, dies festhalten zu dürfen...

13. April 2009

Besonders

© jörg kassühlke
Ein besonderer Tag. Auch für mein aktuelles Projekt. Eine wunderbare Begegnung mit einer interessanten Frau, die mit ihren 81 Jahren sehr viel Lust und Mut macht auf das Altsein. Zufrieden, agil, beweglich - geistig wie körperlich -, selbständig, autark. Mehr dazu schon bald auf meiner Internet-Präsenz unter "altersbilder". Es geht also weiter. Und das an ein paar Tagen, in denen ich seit Wochen zum ersten Mal etwas Ruhe haben darf. Etwas Abstand zu dem, was mich in den vergangenen Monaten nach Schließung des Ateliers in Atem hielt. Das tut gut. Lässt Zeit, zu betrachten, was nun ist und kommen könnte.
Meine Eltern nannten mich Jörg, und Jörg stammt von Georg, "der Landmann". Das spüre ich hier wieder, dass "Nomen" "Omen" sein kann. Bei mir ist es so. Auch wenn ich das platte Land nicht so liebe, aber das ländliche in jedem Falle. Der Hof, auf dem Katharina mich empfing, damit ich sie fotografierte, hat es mir angetan. Auch gerade das, was schon alt und lange in Gebrauch ist. Einfach besonders.

9. April 2009

Verzweifeln?

»Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln.« Dietrich Bonhoeffer

6. April 2009

Ausser sich

Es gibt Momente, in denen man »außer sich« ist und vielleicht habe ich darüber hier auch schon einmal geschrieben. Augenblicke, in denen man das Verschwommene vor den Augen sucht, in denen man vielleicht ein wenig in sich selbst hineinschaut, vielleicht aber auch gar nirgendwo, in einer Art »Nichts« sich aufhält, um einfach einmal ohne äußere Einflüsse zu sein, die Augen und die Seele für Sekunden pflegt. Vielleicht will ich es auch gar nicht aufspießen, sondern einfach unbenannt lassen. Ich erinnere mich an die Verfilmung von »Ansichten eines Clowns«, in der es eine Szene gibt, in welcher der junge Hans Schnier, der Junge, seine größere Schwester im Garten sieht. Und er sie fragt, woran sie denkt. Und sie darauf antwortet: »An nichts. Ich denke an nichts.« Das ist ein Zitat, das aus dem Kopf erfolgt und somit ohne Gewähr.
Ich liebe diese Momente. Und entdecke sie sehr oft bei Kindern. Diesen Momenten ist eine kleine Serie gewidmet und sie wurde auch in meinem Atelier einmal ausgestellt.

26. März 2009

Herzenstochter

Heute war meine Herzenstochter bei mir. Seltene Momente inzwischen. Besondere Momente. Ein paar Schüsse mit der analogen M, dann mit der digitalen.
Wir haben uns so daran gewöhnt, schon im nächsten Moment die Ergebnisse "in den Händen zu halten". Aber ich glaube nicht daran, dass digitales Arbeiten gleichzusetzen ist damit, dass mehr Bilder entstehen. Kann mich noch sehr gut daran erinnern, wieviele Sicherheitsschüsse man analog machte, wenn es um einen Job ging. Oft denke ich sogar, dass ich wesentlich weniger Schüsse brauche, wenn ich digital arbeite. Aber wirklich wichtig ist das Ergebnis. Wobei ich mit diesen hier noch nicht zufrieden war...

23. März 2009

Sehenswert

Pamela Hiltl, »himmelwärts« in Bad Orb, Evangelisches Bildungszentrum, Vernissage und Ausstellungseröffnung am 24. März, 19 Uhr (mehr Infos bei Klicken des Links oder Bildes)

11. März 2009

Lichter

© jörg kassühlke
Heute war ich wieder in Frankfurt und bin dem Licht hinterher. Es war einfach nur wunderbar - und ich bin wie im Fieber durch die Straßen. Es war schon etwas später und ich befürchtete, nicht genug abzukommen. Es gibt so gegen 17 Uhr ein besonderes Licht. Ein Licht, das sich auch besonders für Portraits auf der Straße eignet. Nein, es eignet sich nicht nur - es kann dir den Atem rauben. Heute hatte ich aber nur Augen für das Licht selbst. »Man muß sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet.« Paul Cezanne

9. März 2009

Weiter gehen

Selbstverständlich kann ich nur begrenzt etwas damit anfangen, wenn man mir sagt, dass "das Leben weitergeht". Erstaunlich ist eben nur, dass es stimmt. Und dass mir erneut geschenkt wird, dankbar sein zu können. Sicher geht es weiter. Vornehmlich auch mein aktuelles Projekt. Und es bleibt sehr spannend. Die letzten Begegnungen waren vielversprechend. Die Ergebnisse - trotz der angespannten Lage - zufriedenstellend. Es macht viel Freude, wieder die Kamera in der Hand zu halten. Vielleicht können das nur wenige - vermutlich Kollegen- verstehen, dass Haptik eine nicht unwichtige Rolle spielt. Die Kamera, mit der ich arbeiten darf, hat genau jene Haptik, die ich suche. Sie fühlt sich einfach gut an. Durch all das, was mir in den letzten Wochen widerfahren ist, war keine Gelegenheit mehr, zu dem zu kommen, um was es eigentlich geht: eine Kamera in die Hand zu nehmen und Bilder zu machen. Als ich sie endlich wieder auspackte und in der rechten Hand hielt, wusste ich, was mir - unter anderem - in letzter Zeit gefehlt hatte.

28. Februar 2009

Wege

Dieser Tage war ich in Frankfurt, besuchte das Städel, ging am späten Abend über den Eisernen Steg. Es war beinahe mild. Wenn auch meine Stimmung weniger milde schien. Zu viel ist passiert. Zu viel in so kurzer Zeit. Der Weg am Schaumainkai, an dem das Städel zu finden ist, ist umsäumt von diesen Bäumen, die so bizarr wirken wie diese Tage und diese Zeit. Man kneift die Augen zusammen, so scharf wird die Wirklichkeit abgebildet und so außerordentlich seltsam wirkt sie.

21. Februar 2009

Sonic Blog Workshop

The Sonic Blog, das ich schon sehr lange hier verlinkt habe, veranstaltet gemeinsam mit BerlinPhotoWorkshops einen sehr interessanten Workshop, auf den ich hiermit aufmerksam machen möchte. Bei Klick auf obiges Foto oder auf folgenden Link gibt es mehr Informationen: http://blog.sonicsites.de/workshop-fotografie-duesseldorf-seminar/

15. Februar 2009

Abschied

Nach genau zwei Jahren schließt das Atelier Kassühlke in Gelnhausen. Ich danke allen Freunden und Kunden für das Vertrauen, das Sie mir entgegengebracht haben. Danke für viele berührende Begegnungen. Für eine gute Zeit, auf die ich nicht mit Groll zurückblicken will, sondern mit Dank. Auch wenn das, was jetzt teilweise unvermeidlich folgen wird, mir nicht nur Grund zur Freude geben wird. Danken möchte ich auch allen, die mich unterstützt haben, in Rat und Tat. Danken möchte ich vor allem meiner Vermieterin, die sehr viel Geduld mit mir hatte. Danken möchte ich besonders Claus. Ohne Dich wäre das alles nicht möglich gewesen. Danke möchte ich Martin, Astrid, Uschi, Hery, Pamela, Oliver und Susanne sagen. Meine Arbeit als Fotograf geht gleichwohl weiter, wenn auch zunächst vornehmlich mit künstlerischen Projekten. Selbstverständlich bin ich weiterhin buchbar für Aufträge "on location". Mehr Infos hierzu entnehmen Sie bitte meiner offiziellen Internet-Präsenz. Ihr Jörg Kassühlke

14. Februar 2009

Zauber

Es mag in anderen Gegenden anders sein. Hier aber empfinde ich diesen Winter als einen der schönsten meines Lebens. Seit vielen Wochen Sonne, kaum durchbrochen einmal durch einen Tag mit bedecktem Himmel. Und auch wenn ich die vergangenen Wochen fast nur krank war, so durfte ich doch viel sehen von dem Zauber, den diese Wochen bereit gehalten haben. Das Äußere ist nicht Spiegel des Inneren zur Zeit.

3. Februar 2009

Narr

Als es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meinen Nieren, da war ich ein Narr und wusste nichts, ich war wie ein Tier vor dir. Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. (Psalm 73, 21 - 26)

19. Januar 2009

Fehlen

Ok, ich gebe zu, dass diese Zwei mir im Moment sehr fehlen, aber es muss ja nicht dabei bleiben. Es war eine wunderbare Zeit. Als wir uns kennen lernten. Als ich ganz kritisch beäugt und beobachtet wurde. Als ganz zarte Bande geschlossen wurden. Und die erste Skepsis einem zarten Vertrauen wich. Ich wünsche mir von Herzen, dass wir aneinander festhalten. Was auch immer kommen mag.

8. Januar 2009

Befindlichkeiten

ich mich fühle?

6. Januar 2009

Allee

Er fuhr die dunkle Allee in der Nähe von Chalabre entlang. Der Kühler machte Probleme, er musste die Geschwindigkeit drosseln, damit er nicht zu heiß wurde. Die ganze Zeit lag ihm ein Wort auf den Lippen, das er dann leise aussprach, damit er ihm irgendwie den bitteren Zauber nehmen konnte: betäubt. Überhaupt hatte er in den vergangenen Tagen immer wieder beobachtet, dass er mit sich selbst sprach. Und wenn er es feststellte, dann dachte er auch immer gleich daran, dass er vielleicht mit Gott sprach. Es war niemand da, seit mehr als drei Wochen niemand in seiner Nähe. Entweder begann er, langsam seltsam zu werden oder es musste eben einfach heraus, was da in ihm schwelte. Seinen guten Wagen hatte er verkaufen müssen, bevor die Bank ein gerichtliches Mahnverfahren einleitete. Freunde hatten ihm einen alten Wagen geschenkt, der aber kurze Zeit später den Geist aufgab. Wenige Tage später wurde ihm ein ähnlicher kleiner Peugeot angeboten, der kaum zweihundert Euro kostete. Er kratzte die letzten Cent zusammen, um den Wagen zu nehmen. Er lief etwas besser, hatte aber auch einige Macken. Darunter eben der Kühler, der sich immer wieder zu sehr erhitzte. Er hatte zwar eine gute und günstige Werkstatt in der Nähe, aber im Moment einfach kein Geld für eine Reparatur. Noch vor Monaten war er immer guter Dinge gewesen, erkennbar, sichtbar guter Dinge. Er war nicht wirklich schlechter Dinge geworden. Aber es gab einfach Momente, in denen auch seine scheinbare Regungslosigkeit Bände sprach. Dies war einer dieser Momente. Die alte Cassette mit Miles Davis begann im Rekorder zu eiern. Die Wolken über den Wipfeln der Bäume wirkten schwarz. Obwohl er die Geschwindigkeit immer weiter reduzierte, stieg die Temperatur des Kühlwassers bedrohlich. Sicher hätte er auch über diese Dinge regungslos hinweg gehen können, wenn.. Ja, wenn. Er hielt an. Am Straßenrand. Zwischen zwei Bäumen der Allee, die er zur Hälfte durchfahren hatte. Heftiger als sonst schlug er die Wagentüre von außen zu. Und ging mit einer Zielstrebigkeit in das Feld, die selbst ihn erstaunte. Als hätte er etwas holen müssen. Irgendwo blieb er stehen. Irgendwo stoppte die aufstrebende Bewegung seines Kopfes. Irgendwo hielt er auf der dunklen Karte des Himmels inne. Irgendwo öffnete er die Augen. Irgendwo.

3. Januar 2009

Ankündigung

31. Dezember 2008

Betrachten

Wer mich kennt, der weiß, dass das Betrachten bei mir eine besonderen Rolle spielt, nicht nur das photographische. Es ist wieder einmal Zeit zum Betrachten. Sich darin zu üben, die virtuellen Karteikarten immer wieder aufsteigen zu sehen, sie, möglichst nicht wertend, zu betrachten und wieder verschwinden zu lassen. Immer wieder. Welche Zeit ist dafür mehr geeignet als das Ende eines Jahres und der Beginn eines neuen? Und wenn man dann noch erkrankt ist und bei dem schönsten Sonnenschein wie als kleiner Junge nur den anderen Kindern beim Spielen zusehen darf um so mehr. Der Ausblick, den ich - dank meines lieben Bruders Martin - in diesen Tagen genießen darf, tröstet ein wenig hinweg. Zeit zum Betrachten. Ohne zu werten. Das fällt nicht leicht. Mögen die Nebel fallen... allen meinen Kunden, allen meinen Freunden, allen Wegbegleitern, allen Unterstützern und Förderern, meinen Geschwistern und meiner Familie wünsche ich einen guten Gang in ein neues Jahr..

28. Dezember 2008

Estes

Immer wieder, gerade im urbanen Umfeld, treffe ich auf Motive, die mich unweigerlich an die Zeit erinnern, in der ich zur Photographie gekommen bin. An die Zeit, in der ich mich mit Amerikanischen Fotorealismus beschäftigte und sehr schnell bei Richard Estes landete. Eine Zeit, in der ich noch in der Verlagsbranche beschäftigt war und jeden Feierabend nichts anderes tat, als mich mit Malerei und Photographie zu befassen. Gestern war ein phantastisches Licht. Und wir waren unterwegs. Dieses Licht war einfach atemberaubend, und ich machte endlich wieder einmal Bilder außerhalb des Studios. Und ein Motiv war es, bei dem ich sofort an eine Estes-Szene denken musste.

25. Dezember 2008

Dietrich

Dietrich Bonhoeffer

22. Dezember 2008

Weihnacht

»Weihnachten sagt uns: Gott holt uns ab, gleichgültig, wo wir stehen.« Helmut Thielicke Allen Besuchern dieses Tagebuchs, allen meinen Freunden, allen meinen Kunden wünsche ich friedvolle Weihnachten...

Spuren

Einige der aufmerksamen Leser meines Blogs wissen, was mit mir ist. Und einige wissen auch, dass ich mich für Nicht-Perfektion interessiere, nein, dass ich sie für human halte. Und oft wurde mir gesagt, dass ich einen Hang zum Morbiden habe. Ganz sicher mag ich es, wenn Leben abzulesen ist. Wenn Dinge wie ein Ledersofa, ein schönes altes Auto, eine Häuserfassade, eine Kamera, ein Gesicht Spuren erkennen lassen. Gerade möchte ich einmal keine Spuren, vielmehr keinen Grund für tiefe Spuren. Aber danach wird man nicht gefragt. Manchmal werden die Fensterscheiben nicht eingeworfen, sondern sie fallen einfach ein. Dieser Tage wurde ich in den Psalmen getröstet: »Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Berg meines Heiles und mein Schutz!« (Psalm 18)

13. Dezember 2008

Macht

Wo Macht ist, gibt es keine Liebe, wo Liebe ist, gilt keine Macht. C. G. Jung

11. Dezember 2008

Projekt und Ausstellung

Projekt und Ausstellungseröffnung der Wanderausstellung "Altersbilder" 2009

2. Dezember 2008

Freund

Vor vielen Jahren, als mein Vater noch lebte, schrieb ich ihm einen Brief. Ihm scheinbar zur Beruhigung, mir zur Erklärung und Rechtfertigung. In diesem Brief beschrieb ich ihm mein ambivalentes Verhältnis, das ich zu Glauben, Kirche, Gemeinde und mehr hatte. Meine Mutter gab mir diesen Brief lange nachdem mein Vater nicht mehr da war. Sie sagte mir, dass er geweint hatte als er ihn las und das nicht nur einmal. Nun war dies nichts außergewöhnliches und vielleicht würde es ihn trösten, dass es seinem jüngsten Sohn inzwischen, diese Schwäche betreffend, ähnlich geht. Aber ich nahm meinen Brief an ihn in die Hand. Und in ihm schrieb ich, dass ich Gemeinde und Gottesdienst nicht brauche; denn Bach zu hören sei für mich der vollkommene Gottesdienst. Er hatte, mit seinem für ihn typischen roten Stift ein großes "Ja" daneben und ein Ausrufungszeichen dahinter geschrieben. Leider kann ich ihn dafür jetzt nicht in den Arm nehmen und vermutlich ist es auch besser so; denn dann müsste meine Mutter zwei weinende Männer ertragen. Nicht nur, weil mein Verhältnis zu Glaube, Kirche, Gemeinde und Gott ein anderes geworden ist, sondern weil sich an meiner Aussage, die mein Vater markierte hatte, nichts geändert hat. Bach in dieser Zeit zu hören ist vollkommener Gottesdienst. Und speziell für meinen Freund Markus habe ich dieses hier herausgesucht. Lieber wäre es mir, wenn wir zwei das live erleben könnten oder es zumindest in besserer Qualität daher käme, aber daran arbeite ich noch, mein Guter... speziell für meinen Freund Markus

26. November 2008

Experimente

Viel zu selten experimentiere ich im Studio. Aber weder das Tagesgeschäft noch mein Projekt lässt hierfür Zeit. Nur als Manuela hier war, da war Zeit. Da musste die Zeit da sein - und sie war da. Es hat mir viel Freude bereitet, sie einzuweisen. Es war eine gute, eine besondere Zeit. Eine Zeit auch für mich des Bewusstwerdens, der erneuten Erkenntnis des Enstehens eines Bildes. Zuviel Routine ist inzwischen im Spiel, bei aller Liebe für das Medium, mit dem ich es zu tun habe. Das ich liebe. Die Begeisterung, die meine Praktikantin entwickelte, spornte auch mich an. Ich bin davon überzeugt, dass sie begabt worden ist. Und dass es eine Begabung ist, die es zu fördern gilt. Das Versprechen habe ich ihr gegeben. Für Deinen weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute!

20. November 2008

Mittendrin

Mitten in den ersten Arbeiten zum Projekt tauchen alte Freunde auf. Und besuchen mich. Wie wunderbar das war. Wie gut, wenn man einmal zwei Stunden nur von der Arbeit und dem Projekt sprechen kann. Und aufmerksam zugehört wird. Anteil genommen wird. Das verlernt ein fotografischer Einzelkämpfer sehr schnell. Wenn man immer nur selbst spiegelt. Und kaum noch Austausch da ist. Vielen Dank für euren Besuch. Dank für die Zeit. Danke für die offenen Ohren. Was ihr für mich getan habt werde ich ohnehin nie vergessen. Danke, lieber Freund, für die fotografischen Eindrücke, die Du hinterlassen hast und die ich mir erlaube hier zu zeigen. Danke für Deinen offenen Zuspruch. Danke, liebe Freundin, für all die Unterstützung. Danke dafür, dass Du vom ersten Augenblick an mich geglaubt hast. Und noch ein Letztes zu den negativen Eindrücken, die ihr leider auch beim Besuch in der alten Heimat mitgenommen habt: »Ich bin Künstler geworden, weil es nie eine Gruppe gab, in die ich hineingepasst hätte.« Tom Waits

13. November 2008

Nach innen

Nun bald ist es Zeit, nach "Innen" zu gehen. Zeit, langsam wieder die Kerzen vom Speicher zu holen, die Kugeln, den Baumschmuck. Meine Eltern leben nicht mehr - und ich gehe inzwischen ganz anders mit dieser Vergangenheit um. Damals, als kleine Kinder, liebten wir Weihnachten. Späterhin wollten wir es nicht mehr lieben, wenngleich es noch immer prickelte. Dann aber kam die Zeit des inneren Lösens und so durfte man es nicht mehr lieben. Heute hätte ich gerne einmal einen solchen Tag wieder. Einen Tag der Vorbereitung auf die Weihnacht. Den Streit beim Schmücken des Baumes, den Duft des Bratens, der durch das Haus zog. Die pommerschen Buchweizen-Scheiben, die in der Pfanne vor sich hinbruzzelten. Diese zähen, nicht enden wollenden Stunden bis zur Bescherung. Vielleicht gibt es noch hinter diesem oder jenem Fenster so ein stilles Weihnachten.

9. November 2008

In der Luft hängen

Ist es denn schlimm, wenn so einiges in Hessen in der Luft hängt? Schlimm wohl nur, wenn es lauwarm wird. Wenn keine Entscheidungen gefällt werden können. Wenn es weder Fisch noch Fleisch gibt. Wenn Stillstand ist. Mir war ein Wechsel nicht unrecht, nicht nur, wenn ich über den großen Teich schaue. Wechsel ja, aber wohin wechseln? Wechsel dahin, dass es gerechter zugeht? Dass die Schere nicht weiter auseinander geht? Dass es wirkliche Chancengleichheit gibt? Dass Leben geschützt wird? Dass die Schöpfung bewahrt wird? Nur: wer steht für einen solchen Wechsel?

30. Oktober 2008

Ohne Licht

ist es schwer. Und sicher ist es das, was den meisten Deutschen in der Jahreszeit, auf die wir unaufhaltsam zusteuern, am deutlichsten fehlt: ausreichend Licht. Licht ist ohnehin ein besonderes Wort für mich in diesen Wochen. Und auch Finsternis. Und es gibt kaum etwas in den vergangenen Jahren, über das ich mir mehr Gedanken gemacht habe. Es ist oft hell in der Finsternis und auch dunkel im Licht. Ohne Licht keine Finsternis. Aber auch: ohne Finsternis kein Licht. Genug philosophiert. Was will er sagen? Ja, ich hätte gerne mehr Licht, wenn ich vor die Tür gehe. Und doch liebe ich auch diese Zeit, die jetzt kommt. Seit letztem Jahr noch mehr denn je; denn mir war, als feierte ich zum ersten Mal wirklich Weihnachten. Diese Stunden, wenn der Strom ausfiel, als ich noch Kind war, werde ich nie vergessen. Wenn Großmutter Geschichten erzählte. Geschichten und Geschichten, die das Leben erzählte. Kerzenlicht, seltsame Schatten, die noch bizarrer wirkten, wenn Luft an die Flamme ging. Kurz: ich hätte gerne mehr Licht im Winter. Im deutschen Winter. Mehr Sonne - dann gerne auch mehr Kälte und auch Schnee. Wie damals in meiner Heimat und Kindheit. Wenn die Schneeverwehungen so hoch waren, dass wir die Garagentür nicht aufbekamen. Wenn den ganzen Winter über die Schneeberge vom Schneeschippen am Wegesrand so hoch waren, dass wir Kinder kaum noch drüber hinweg sehen konnten. Kurz? Ich freue mich auch auf den Winter - und Weihnachten.

23. Oktober 2008

Beginn

Es begann vor genau zehn Jahren. Gerade eben fiel mir dieses Bild wieder in die Hand. Sie saß an der Straße, vor ihrem Haus an einer steilen Auffahrt. Und ich hatte ganz andere Bilder im Kopf, als ich sie da sitzen sah. Wenige Monate zuvor wäre ich wahrscheinlich weitergefahren. Hier aber machte ich einen großen Bogen, stellte den Wagen ab und ging zu ihr. Unterhielt mich mit ihr. War fasziniert von diesem Gesicht, von dem Ausdruck, der sich keine Sekunde zu verändern schien. Ich fragte sie, ob ich sie fotografieren dürfte; und versprach, ihr das Ergebnis zu zeigen und einen Abzug da zu lassen. Sie stimmte ein, veränderte nicht ihre Haltung, und der Ausdruck in ihrem Gesicht war noch immer der selbe. Zwei Wochen später hielt ich mein Versprechen und brachte es ihr vorbei. Sie kommentierte es in keiner Weise und sah es sich auch nur kurz an. Sie bedankte sich und ging der Arbeit in ihrer kleinen Küche nach. Zehn Jahre später muss ich zu Beginn meines Projekts immer wieder an sie denken.

17. Oktober 2008

Tisch gedeckt

Am Morgen noch stellte ich die Tageslosung in den Blog. Und jetzt wird mir der Tisch gedeckt. Das Essen ist (noch) nicht bezahlt, aber ich sitze wieder am Tisch. Und bin dankbar für die Engel, die mir in meinem Leben begegnen. Ob sichtbare oder unsichtbare....

Losung

Die Losung für den heutigen Tag: »Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. «

Psalm 73,26

10. Oktober 2008

Magisch

Noch magischer ziehen mich Kettenkarussells an, die sich in diesen Tagen hier breit machen. Je älter desto schöner, mit wunderbaren Farben und Verzierungen, die mich schon als Kind fasziniert haben. Ich stand schon damals lieber daneben oder davor als selbst darin zu sitzen..... und... Vor ein paar Jahren machte Nikon eine Werbung, in der ein Junge sitzt und schaut - und dann fällt ein Satz wie: früher fotografierte ich mit den Augen. Als ich diese Werbung zum ersten Mal im Fernsehen sah, hatte ich das Gefühl, dass man mir diesen Satz geklaut hat. Es tat mir fast weh, ihn so zu hören; denn das war doch ein kleines Geheimnis von mir in meiner Kindheit. Und er beschreibt genau das, was ich damals empfand. Ich wollte in kein Karussell, ich wollte nirgendwo hin, sondern nur an verschiedenen Plätzen stehen und schauen. Und mit meinem Geheimnis allein sein.

8. Oktober 2008

Schulhof

So ein Schulhof hat etwas magisches für mich. Etwas, dem ich mich nicht entziehen kann. Gerade diese alten, gewachsenen Schulhöfe mit einem oder mehreren großen Bäumen, die dem Ganzen noch zusätzlich etwas erhabenes verleihen. Hoch umzäunt. Die Fassade des Schulgebäudes im Blick. Und immer wieder dieses seltsame Gefühl: war es schön oder doch eher schaurig schön? Schön schaurig? Bin ich gerne zur Schule gegangen? Wie antworte ich? Niemals ja oder nein.

4. Oktober 2008

Heiliger Hain

Wir sind in der Lüneburger Heide unterwegs (Heiliger Hain). Die Heide steht schon nicht mehr in der Blüte, aber dennoch war es wunderschön. Wunderbares Licht, traumhafte Farben, Weite, gute Luft und liebe Menschen um uns. Zeit zur Besinnung, zur Entspannung und zum Auftanken. Leider geht es schon am Sonntag wieder heimwärts.

29. September 2008

Projekt und Zyklus

Mein zweites Projekt, aus dem heraus bereits vier Exponate entstanden sind, drei davon aufgezogen, eines in Arbeit, wird mich auch weiterhin beschäftigen. Und es ist ein Projekt, das mir deshalb Freude macht, da bei diesen Arbeiten absolut nichts planbar und auch nichts vorhersehbar ist. Das macht es besonders reizvoll.

28. September 2008

Projekt

Ihr seid mit Auslöser und Initialzündung für mein Projekt gewesen. Gerade erst habe ich die Galerie überarbeitet und da sind mir eure Bilder wieder in die Hände gefallen. Und mir fiel auf, wie einfach und wie schwer diese Arbeit ist. Es hängt von so vielen Faktoren ab, dass ein gutes Bild entstehen kann. Und wie oft stimmt das alles - und das Bild ist ohne Bedeutung. Und wie oft stimmt da vieles nicht - und das Bild ist unvergleichlich, nicht reproduzierbar. Es ist die Begegnung, die für mich das Bild macht. Zumindest in der Menschenfotografie. Und auch da kann alles glatt gehen - und das Bild ist glatt. Für mich ist ein Shooting immer das Betreten von Neuland. Immer gibt es auch eine innere Anspannung, da nichts wirklich planbar ist. Niemals weiß man, wie es verlaufen wird. Vielleicht ist Menschenfotografie die schwierigste Disziplin. Zumindest ist sie für mich die spannendste.

23. September 2008

Spätsommer

Dieser Monat ist besonders für mich. Schon mein Leben lang. Mein Monat. Mit etwas Wehmut sieht man dem Sommer hinterher. Freut sich, wenn er schön warm gewesen ist. Freut sich über die gute Luft, die der Herbst bringt. Die Farben, die alle Vorstellungen sprengen. An den Untergängen, die gerade hier ganz besonders sind. Ein rotes, orangenes, in allen erdenklichen Rottönen erscheinendes Meer am Himmel! Morgens und am abends sind Schauspiele zu beobachten, die ich seit Jahren kenne und dennoch stehe ich wie ein Kind am Fenster oder im Hof mit offenem Mund.

19. September 2008

Wer ist das?