30. Oktober 2008

Ohne Licht

ist es schwer. Und sicher ist es das, was den meisten Deutschen in der Jahreszeit, auf die wir unaufhaltsam zusteuern, am deutlichsten fehlt: ausreichend Licht. Licht ist ohnehin ein besonderes Wort für mich in diesen Wochen. Und auch Finsternis. Und es gibt kaum etwas in den vergangenen Jahren, über das ich mir mehr Gedanken gemacht habe. Es ist oft hell in der Finsternis und auch dunkel im Licht. Ohne Licht keine Finsternis. Aber auch: ohne Finsternis kein Licht. Genug philosophiert. Was will er sagen? Ja, ich hätte gerne mehr Licht, wenn ich vor die Tür gehe. Und doch liebe ich auch diese Zeit, die jetzt kommt. Seit letztem Jahr noch mehr denn je; denn mir war, als feierte ich zum ersten Mal wirklich Weihnachten. Diese Stunden, wenn der Strom ausfiel, als ich noch Kind war, werde ich nie vergessen. Wenn Großmutter Geschichten erzählte. Geschichten und Geschichten, die das Leben erzählte. Kerzenlicht, seltsame Schatten, die noch bizarrer wirkten, wenn Luft an die Flamme ging. Kurz: ich hätte gerne mehr Licht im Winter. Im deutschen Winter. Mehr Sonne - dann gerne auch mehr Kälte und auch Schnee. Wie damals in meiner Heimat und Kindheit. Wenn die Schneeverwehungen so hoch waren, dass wir die Garagentür nicht aufbekamen. Wenn den ganzen Winter über die Schneeberge vom Schneeschippen am Wegesrand so hoch waren, dass wir Kinder kaum noch drüber hinweg sehen konnten. Kurz? Ich freue mich auch auf den Winter - und Weihnachten.

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