1. Juli 2009

Einfrieren

Es gibt Augenblicke, die ich gerne einfrieren möchte. Manchmal sind es sogar Minuten, zuweilen Stunden oder Tage. Wo ich förmlich die Zeit anhalten möchte. Darüber ist soviel gesagt oder geschrieben worden, und es hängt einem vielleicht sogar soweit aus den Ohren, dass man es abschneiden könnte. Aber dennoch gibt es dieses Phänomen, diese Wünsche, und in dieser Zeit, die ich gerade erleben darf, taucht es häufiger auf denn je. »Werd' ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, Dann will ich gern zugrunde gehn!«, (Goethe, Faust I). Erstaunliches aus der Tastatur eines Mannes, der vor kaum einem halben Jahr sein Atelier schließen musste und dessen Lebenssituation - sagen wir 'mal - nicht gerade einfacher geworden ist? Trösten die Augenblicke? Tröstet mich das Wort eines großen Dichters? Sicher haben mich Worte eines Dichters schon trösten können, wenn auch nicht aus der Feder des Mannes, den ich oben zitierte; dann schon eher dieses Mannes: »In einer großen Liebe verliert man sich nicht, man findet sich.« Hermann Hesse

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