11. Januar 2010

Freiheit

Wie ist es, wenn man sich verabschieden muss; möglicherweise für immer? Oft habe ich in den letzten Jahren den Eindruck gehabt, dass Leben auch ein Synonym für Abschied sein könnte. Wenn Kinder von einem Tier, das sie viele Jahre gestreichelt, geliebt, und gefüttert haben Abschied nehmen, dann gibt es viele Fragen, Tränen und Trauerarbeit, die jemand, der jüngstes von sieben Kindern war, sehr wohl kennt. Und sofort stellt sich die Frage, ob Tiere auch in den Himmel kommen. Sofort aber bin ich auch daran erinnert, dass mein Bruder und ich ein Zebrafinken-Paar hatten. Und sie eines Tages sechs Eier gelegt hatten und tot neben dem Nest lagen. Und der Schmerz über den Verlust der Vögel war deutlich kleiner als das schlechte Gewissen. Darüber dass zwei Tiere, deren Lebensinhalt eigentlich das Fliegen ist, ihrer Freiheit beraubt, dem Nachwuchs das Leben nicht schenken wollten. Nie werde ich unseren Schock vergessen. -----Hier ist der »Sarg« von Lilli zu sehen. Einem geliebten weißen Kaninchen. Den die Kinder von außen bemalt haben. Lilli lebt nicht mehr. Und es heißt: Abschied nehmen.

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