5. Februar 2012

Rose unter den Dornen

Schon als Kind erstaunte es mich, dass eine Blume, der man die Wurzel abschneidet, weiterleben kann. Besonders bei Schnittblumen bewunderte ich dies. Zu unserem besonderen Tag hatte ich meiner Beate eine Rose mitgebracht. Sie erfreute uns ganze 18 Tage lang; aber heute senkte sie ihr Haupt. Noch immer sieht sie schön aus, hat aber wohl endgültig ihr Leben ausgehaucht.
Als Kind und Jugendlicher sah ich keine Rosen, ich nahm sie gar nicht wahr. Für mich waren die einzigen Blumen Gänseblumen und vor allem aber Sonnenblumen. Meine Mutter erzählte mir oft, dass ich als Kind vor den Sonnenblumen in unserem Garten stand, strahlte und sagte, dass Blumen so ausschauen müssen. Späterhin liebte ich die weißen Rosensträucher im Garten meiner Eltern. Wir standen oft am Fenster, auch mein Vater, und erfreuten uns an ihnen. Und als Erwachsener liebe ich nun Rosen wie mein Vater sie liebte.
Aber diese Rose hat besonders etwas mit uns zu tun und mit ihr, meiner Geliebten. Und ich musste an ein Wort aus dem Hohelied Salomos denken: »Wie eine Rose unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Töchtern.« (Luther, 1912) Ja, Du bist mir die Rose unter den Dornen.

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