12. Juni 2012

Gemälde

Bisweilen wird einem unerwartet ein  Gemälde präsentiert, das einem nahezu den Atem rauben kann. Es waren nur wenige Sekunden, die blieben, um das Boot noch mit auf das Bild zu bekommen. So schnell konnte ich die Kamera kaum aus der Tasche holen, um die Szene genau so festhalten zu können. Aber auch wenn das Bild nahezu genau wiedergibt, was ich sah, so ist dieser eine Moment in der Wirklichkeit ein besonderer Moment des Erlebens gewesen, das kein Medium einfangen kann. Kein Film, kein Gemälde, kein Foto. Dieser friedliche Augenblick, diese Weite, dieser nie mehr wiederkehrende Moment bleibt sicher noch lange in mir präsent. 
Aber sicher scheint mir auch, dass dieses Medium, dessen ich mich hier bediene, das dafür geeignetste ist. Einen Augenblick, einen kleinen Moment in der Zeitengeschichte bildhaft festzuhalten - da gibt es nichts vergleichbares. Und es ist das, was ich an dieser kleinen schwarzen Maschine so liebe. Und mich noch immer fasziniert. Ich setze mein Auge am Sucher an, wähle Zeit und Blende und löse aus. Endgültig, nicht wiederholbar. Und meist halte ich es auch mit dem Meister aller Klassen, welcher der Überzeugung war, dass eine einzige Einstellung reichen sollte. Habe ich es erfasst, habe ich den Moment eingefangen, dann nicht erneut anpeilen, sondern weiter ziehen. Und ich erinnere mich gerade an diese Szenerie. Rieche den Duft des Grases, spüre den harten Boden des Aufstiegs zur kleinen Erhebung, spüre den sanften warmen Wind, der um uns streifte. Es bleibt nur noch, dass man umittelbar diesen Augenblick erlebte. Das Ummittelbare des Erfassens und Festhaltens dieses Momentes möchte ich aber auch niemals missen. 

Kommentare:

Ulrich Hilger hat gesagt…

Mit dem Boot ist das Gemälde perfekt. Sehr schön, man kann den Moment in Deinem Text nachfühlen.

jörg kassühlke hat gesagt…

Danke, mein Lieber. Ein wunderschöner Park übrigens - Schönbusch. Eine Reise wert.