12. Oktober 2012

Klar sehen

Viele Jahre meines Lebens ging ich so oder so ähnlich durch die Welt. Ich konnte nicht klar sehen und hatte keinen echten Durchblick. Ja, ich kam wohl voran; aber oft konnte ich erst am Ende eines Weges sehen wohin er mich geführt hatte. Es war nicht immer, vielmehr: nicht auf allen Wegen so. Es war aber nahezu immer so, wenn es um Wege ging, die mein Leben, meine Existenz betrafen. Auf Wegen, die mich ganz persönlich etwas angingen; die mit Partnerschaft, Ehe, die mit Beruf und Berufung, die mit Leben und Tod zu tun hatten sah ich nicht klar und konnte kaum weiter als ein paar Meter sehen. Ich kam irgendwo an, am Ende eines bestimmten Weges und wurde immer wieder ent-täuscht. Gar nicht zwingend von Menschen oder Umständen. Oftmals einfach nur, weil nicht gut war, was dabei heraus kam. Es ging keineswegs um Perfektion, um Erfolg oder hohem Anspruch und dessen Entsprechung. Zumeist war es einfach nicht gut. Es war zum Beispiel menschlich nicht gut, was am Ende heraus kam. Es waren Enttäuschungen, Verletzungen im Spiel. Es kam am Ende allzu oft etwas dabei heraus, das ich so nicht wollte. Es kam dabei heraus, dass ich nicht so lebte, mich nicht so verhalten hatte, wie ich es mir von mir selbst gewünscht hätte. 
Es war nicht möglich vorherzusagen, dass am Ende eines Weges es »einfach nur gut« sein würde, was dabei heraus kommen könnte. 
Vielleicht ist es ein Problem, das grundsätzlich alle Wesen auf diesem Planeten haben? Wir suchen noch immer Propheten und wundern uns, dass sie uns nicht wirklich helfen können. Wo führt uns der Weg hin? Wie wird die Zukunft werden? Welchen Weg sollte ich einschlagen? Und vor allem Vorhersagen von etwaigen Ergebnissen und wirtschaftlichen Entwicklungen suchen viele Menschen - und gehen irre oder fehl. Gehen Experten auf den Leim, die es auch nicht wissen können. 
Das brauche ich auch gar nicht. Aber es war mein großer Wunsch, dass ich in den oben beschriebenen existenziellen Fragen meines Lebens auf Wegen gehen darf, die »gut« sind. 
Inzwischen brauche ich die Wege nicht mehr zu suchen. Es ist »nur noch« ein einziger Weg. Ein Weg, von dem ich weiß, dass er einfach nur gut ist. 
Er, der Weg, ist nicht gut, weil ich ihn gewählt habe. Er ist nicht gut, weil ich ihn gefunden habe. Er ist nicht gut, weil er die erste Wahl ist oder einfach nur ausgeklügelt. Er ist gut, weil dieser Weg Jesus Christus ist. Er sagt: »Ich bin der Weg« (Johannes 14,6) 

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